Marketing in IT-Unternehmen – unser Thema bei letzten Frühstück

Marketing in IT-Unternehmen

Wir hatten zu diesem Thema eine rege Diskussion und wir haben folgende Kernaussagen festgehalten:

  • Der Marketingplan ist ein „Abfallprodukt“ aus der Unternehmensstrategie
  • Wichtiger Bestandteil – von vielen Aspekten: CI (corporate Identity) zum Branding einer Marke und Zielgruppenfokussierung (-ausrichtung)
    Die Markenbildung in der IT-Branche ist sicherlich gerade bei mittelständischen IT-Unternehmen meist vernachlässigt.
  • In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig das Unternehmensprofil zu schärfen – für was steht das Unternehmen – darauf muss es eine klare Antwort geben.
  • Kooperationen werden als wichtiger Bestandteil des Marketings gesehen – die wechselseitige Verknüpfung der Produkt- und/oder Dienstleistungsportfolios ist dabei besonders wichtig – in der Praxis sehen wir hier oft nur Ansätze bzw. Presseartikel bei denen es bleibt. Die enge Einbindung von Kooperationspartnern – als wären sie Bestandteil des Unternehmens – ist der wichtigste Erfolgsfaktor neben dem strategic fit.
  • Die Ansprache von Zielgruppen bei denen die Ansprache „jünger“ ist, sollte auch von Jüngeren wahrgenommen werden. Jürgen Penth berichtete hierbei, dass auch die Ausstattung der Büros ein wichtiger Erfolgsfaktor ist – „muss sich space-ig“ fühlen.
  • Erfahrungen im Rahmen des Telefonmarketings – es muß nicht unbedingt teuer sein (d.h. ca. 3 T€ mtl. Kosten nicht übersteigen).
    Wöchentliche Abstimmgespräche – Bearbeitung von 500 Leads im Monat und immer wieder die Schärfung der Einwandbehandlung mit den Agenten sind wichtiger Erfolgsfaktor – es empfiehlt sich auch immer wieder bei den Gesprächen zuzuhören, um die Gespräche zu optimieren. Die Call-Agenten sollten möglichst viel über den Auftraggeber wissen – die Vertriebsstrategie kennen.
  • Verbandsarbeit ist immer noch ein erfolgreicher Marketingkanal
  • Letztendlich ist die laufende Kundenpflege ebenfalls sehr erfolgreich – wird aber oft vernachlässigt.

Unser nächstes Thema am 7.7.2017 in Frankfurt/Eschborn:

ISMS

Unter diesem Begriff ist ein umfassendes, ganzheitliches und standardisiertes Management-System zu verstehen – mit definierten Regeln und Prozessen, die der Definition, Steuerung, Kontrolle, Wahrung und fortlaufenden Optimierung der Informationssicherheit im Unternehmen dienen. Die Norm ISO/IEC 27001 legt den internationalen Standard für ein ISMS fest.

Was sollten/müssen IT-Unternehmer darüber wissen?

Agiles Management zum 34. IT Unternehmerfrühstück in Wien

Wie führt man ein dynamisches Unternehmen in einer dynamischen Branche?

Beim 34. Wiener IT Unternehmerfrühstück letzten Freitag zeigte mein Geschäftsführerkollege Gerhard Hipfinger bei der openForce GesmbH wie in unserem Softwareprojektunternehmen agiles Management eingeführt wurde und welche Erfahrungen wir damit gemacht haben.

Die Herausforderung

Unser 30 Personen Unternehmen entwickelt softwarezentrierte Individualprodukte für seine Kunden. Dabei gilt es stets das beste aus den aktuellen Möglichkeiten für unsere Kunden herauszuholen und das in möglichst kurzer Zeit. Die hohe Dynamik ist Teil des Geschäftsmodells. Time-to-Market ist der Schlüsselfaktor für viele Unternehmen. Die Projekte erfordern also ganze Aufmerksamkeit und so opfern wir immer wieder die strategische Unternehmensentwicklung dem operativem Druck.

Wir halten zwar Strategieklausuren ab, aber in dem genanntem Umfeld bleibt es oftmals bei den guten Vorsätzen und die umgesetzten Schritte bleiben Stückwerk. So laufen wir mittelfristig Gefahr unser Unternehmen zu vernachlässigen. Grund genug nach besseren Möglichkeiten zu suchen, um kontinuierlich strategisch arbeiten und Erfolge erzielen zu können.

Unsere Lösung

Die Lösung lag für uns nah: Agiles Management. In Softwareprojekten werden komplexe Anforderungen in kleine Teile zerlegt, diese in festen Intervallen (Sprints) kontinuierlich entwickelt und am Ende eines solchen Sprints wird das Produkt neu zusammengebaut und zu diesem Artefakt vom Auftraggeber Feedback eingeholt. Darauf basierend erfolgt danach die Planung des nächsten Sprints und der nächsten Schritte. Wieso also nicht jenes Verfahren, mit dem man in den Softwareprojekten so gute Erfahrungen hatte, auch im Unternehmensmanagement einzusetzen?

Wie funktioniert’s?

Drei mal die Woche sitzen wir beide Eigentümer-Geschäftsführer für jeweils zwei Stunden zusammen und arbeiten am Unternehmen.

Folgende Regeln gelten:

  • die Meetings sind drei mal wöchentlich fix im Kalender eingetragen. Sie sind timeboxed und werden nicht verschoben oder abgesagt.
  • Ein Sprint dauert vier Wochen, davor gibt es jeweils ein Planungsmeeting, danach eine Retrospektive.
  • nach einem Sprint muss das Unternehmen anders (besser) aussehen als davor. Der Nachweis erfolgt über eine Scorecard und die Retrospektive bezieht sicht immer auf genaus diesen Entwicklungsschritt.

Zur Unterstützung holten wir uns mit Lucia Stiglmaier eine Assistentin, die über Ausbildung und Erfahrung in der Organisationsentwicklung verfügt und die erreichten Ergebnisse dokumentiert und in das Management System einordnet. Sie sorgt dafür, dass wir uns in den timeboxed Sessions auf die Entwicklung des Unternehmens selbst konzentrieren können. Zudem arbeiten wir entlang der ISO 9001:2015, die in der aktuellen Version nun auch für wissenbasierte Unternehmen geeignet ist.

Unser Ergebnis

Wir haben in kurzer Zeit unser sporadisches Unternehmensmanagement auf ein Verfahren umgestellt, in dem in fixen Intervallen effektiv und zielorientiert am Unternehmen gearbeitet wird. Der Clou sind die knappen und festen Intervalle, das sorgt für Fokus. Mit jedem Schritt erhalten wir ein Ergebnis, das wir hinterfragen und weiter verbessern können. Die Erfahrungen in den ersten drei Monaten sind sehr positiv und inspirierend.

Welche weiteren Erfahrungen wir damit auch haben, wir teilen sie gerne, besonders in der IT Unternehmerfrühstücksrunde. Das IT Unternehmerfrühstück ist eine Initiative der Gruppe mittelständischer Unternehmer und Unternehmerinnen in Xing und Linkedin und wird in Frankfurt, München, Karlsruhe und Wien abgehalten.

Das nächste IT Unternehmerfrühstück in Wien wird am 30. Juni im Hotel Imlauer stattfinden, wo Michael Ivellio-Vellin über seine Erfahrungen zu Holacracy berichten wird, einem Ansatz für Klarheit und effektive Zusammenarbeit in Teams und Organisationen. Zielgruppe der offenen Runde sind Vorstände, Geschäftsführer und Entscheidungsträger in mittelständischen IT Unternehmen. Anmeldungen sind in Xing möglich.